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Heinrich-Heine-Gymnasium

Dortmund

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Gemeinsames Lernen - Von Dinosauriern und Schafen

Die Diskussion um die Einführung der Gemeinschaftsschule hat z.T. hohe Wellen geschlagen. Nun zeichnet sich ab, dass an ausgesuchten Standorten Haupt- und Realschulen zusammengeführt werden sollen. In Dortmund wird dies, wenn man den Presseberichten glauben darf, frühestens zum Schuljahr 2012/ 2013 geschehen. Um die Gymnasien wird es in der letzten Zeit in dieser Diskussion immer stiller. Und schon melden sich hier und da kommunale Politiker und Verfechter des Gemeinschaftsschulgedankens zu Wort und fragen lautstark, warum man denn die Gymnasien „ungeschoren" lasse; im Zusammenhang der Propagierung einer Schulstrukturreform, die doch wohl auf eine Verbesserung des System zielen soll, eine sehr ungewöhnliche, wenn nicht sogar entlarvende Wortwahl.

Aber auch von Seiten der Bildungsforschung erfährt das Gymnasium mitunter Gegenwind. So ließ sich kürzlich ein hochkarätiger Vertreter dieser Forschungsrichtung dazu hinreißen, sinngemäß das Gymnasium mit einem Dinosaurier zu vergleichen, der sich seit fast 200 Jahren erfolgreich gegen jede Veränderung wehre.

Sollten solche Positionen im Rahmen der Debatte um die Gemeinschaftsschule mehrheitsfähig werden, dann müssten wir am Gymnasium doch einmal unsere Bescheidenheit ablegen und der staunenden Öffentlichkeit erklären, dass es in unserer Republik das Gymnasium ist, das in internationalen Bildungsvergleichen die Flagge unsere Landes hochhält, dass das Gymnasium die Schulform ist, die in den letzten 30 Jahren von der Oberstufenreform, über die Schulzeitverkürzung bis hin zum gebundenen Ganztag grundlegende und tiefgreifende Reformen hinter sich gebracht hat, dass es das Gymnasium ist, das vor der zunehmenden Heterogenität seiner Schülerklientel nicht kapituliert hat, sondern durch gleichermaßen innovative wie kreative Integrations- und Förderstrategien seine Schülerschaft zum Erfolg geführt hat.

Wer eine undogmatische und zielorientierte Diskussion um die Effektivierung unseres Schulsystems führen will, dem darf es nicht darum gehen, das Gymnasium „scheren" zu wollen oder es zu verunglimpfen, dem muss es darum gehen, das große Potential dieser Schulform zu erhalten und zu fördern und sinnvoll im Rahmen einer sich verändernde Schulstruktur wirksam werden zu lassen.

D.v. Elsenau

Dortmund im Januar 2011