Unberührte Natur und Artenvielfalt, afrikanische Traditionen und europäische Kultur, atemberaubende Weite und pulsierende Städte – all das bietet Südafrika, das ich während meines dreimonatigen Aufenthaltes erleben durfte. ![]()
Organisiert wurde mein Austausch vom Freundeskreis Südafrika (FSA). Die Familien werden vom FSA sorgfältig ausgesucht und sprechen Englisch, auch wenn ihre Muttersprache zum Beispiel Afrikaans ist. Bei der Zuordnung der Schüler auf die Gastfamilien wird besonders auf ähnliches Alter und Interessen mit den Gastgeschwistern geachtet. Meine Gastfamilie, mit der ich leben und den Alltag teilen durfte, hat mich herzlich aufgenommen und ich fühlte mich sofort als Teil der (Groß-)Familie. Mit meiner Schwester Deanna und ihren Freunden habe ich mich sehr gut verstanden und wir hatten viel Spaß zusammen beim Chillen am Strand, unzähligen Shoppingtouren und Kinobesuchen in der Mall, afrikanischen Märkten, Konzerten und Parties.
Südafrika ist eine komplett andere Welt. Alle Autos sind weiß – wirklich alle. Auf die Kassierbänder in den Einkaufsmärken passen nur drei Gegenstände. Auf großen Kreuzungen laufen Farbige - während die Ampel rot ist - zwischen den Autos umher, um Zeitungen und kleine Tiere oder Blumen zu verkaufen, die sie aus Draht und Perlen basteln. Und diese stylischen Wollmützen, die man unter dem Kinn zusammenknotet und auch dringend bei 25 Grad zusammen mit Shorts, T-Shirt und Flip-Flops tragen muss. Das Essen am Flughafen ist entweder süß oder mit Fleisch. Oder gleich beides. Weitere kulinarische Köstlichkeiten habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen; Biltong, Fleisch, das ein bis zwei Wochen luftgetrocknet wird und als Delikatesse gilt, und auch Potjie (sprich: Poiki), ein Eintopf mit so irgendwie allem drin, der vier Stunden über offenem Feuer brutzelt.![]()
In nahezu jedem Badezimmer, in dem ich war, standen ungefähr zehn Zahnbürsten herum, weil immer spontan Übernachtungsbesuch vorbeikommt. Ich habe einen Babyshower besucht, ein lustiges Get-together für Deannas schwangere Schwester. Und die kulturellen Highlights habe ich natürlich auch nicht ausgelassen; Table Mountain, der Kapstadt umrundende Berg, auf dem manchmal eine Wolkendecke – das so genannte Tischtuch (haha Wortspiel) liegt, Robben Island, die während der Apartheid als Gefängnis benutze Insel, und als drittes die "Deutsche Kneipe", in der die schwarzen KellnerInnen Dirndl und Lederhosen tragen. Abgerundet wurde mein Aufenthalt durch eine dreitägige Safaritour, bei der ich unter anderem Giraffen, Elefanten, Nashörner, Springböcke sowie Hyänenbabies fotografieren, und eine handtellergroße Spinne über mich drüber krabbeln lassen konnte.Natürlich habe ich in SA auch die High School besucht, am Unterricht teilgenommen und hatte das Vergnügen, die schicke Schuluniform zu tragen und alle Examen mitzuschreiben (was übrigens für alle Jahrgänge in der Turnhalle stattfand!).![]()
In SA ticken die Uhren einfach anders; die Atmosphäre ist so einmalig, die Leute sind viel relaxter als zu Hause. Alle sind so offen, lustig und fröhlich, enthusiastisch und impulsiv. Peace and Love. Immer spontan und für jeden Spaß zu haben. Der Umgang ist respektvoll und man wird so akzeptiert wie man ist. Ich liebe diese Einstellung, alles nicht so ernst zu nehmen und den Moment zu genießen. SA ist ein unvergessliches Erlebnis für mich und hat mich und mein Leben nachhaltig beeinflusst. Ich durfte so viel Lebensfreude erfahren und Wunderbares erleben, was ich für nichts in der Welt wieder hergeben würde.
Franziska Oberhaus
Austausch vom
9.4.09 bis 6.7.09
Franziska Oberhaus
Austausch vom
9.4.09 bis 6.7.09



