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Heinrich-Heine-Gymnasium

Dortmund

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USA

"Habt ihr überhaupt Apple?"

– Katharina Steigner über ihr Auslandsjahr in den USA

Da stand ich nun, nach bereits ca. 9 Stunden Flug, völlig übermüdet und die netten Beamten am Flughafen in Seattle fragend "Wie, mein Koffer ist nicht unter den Gepäckstücken?" Noch wenige Minuten zuvor hatte ich aufgeregt auf die Skyline geblickt und nun eröffnete man mir, dass mein Koffer scheinbar ein wenig länger als ich in Amsterdam geblieben war. Ich hatte leider einen Flug über Amsterdam nach Seattle und dann erst nach Bellingham nehmen müssen, wobei die Anschlussflüge sehr nah beieinander langen und wenig Zeit für das Umladen des Gepäcks übrig blieb. So flog ich ohne dieses weiter, hatte jedoch glücklicherweise das "Notfallpaket" (Zahnbürste, etc.) in meinem Handgepäck, sodass ich die ersten paar Tage überlebte, bis mir der Rest aus Amsterdam folgte.

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„Entschuldigung,wie funktioniert der Wasserhahn?"

Dies waren meine ersten Worte als ich mein neues Zuhause in Ann Arbor,Michigan betrat. Alles war anders, ich hatte plötzlich einen kleinen,bellenden Dackel um mich herumtanzen,der noch für viel Aufregung sorgen würde und musste mich in einer völlig fremden Umgebung zurecht finden. Ich ging also das erste mal in mein neues Zimmer, sah mein riesiges Bett,was mit jeder Bewegung quietschte und schlief tief und fest, da die 38 Stunden die ich wach gewesen war mich ziemlich übermüdet hatten. Mein Tagesablauf fing an sich einzupendeln als ich das erste Mal mit zum Rudertraining genommen wurde was,wie ich später festgestellt habe, die meiste Zeit meines Auslandsjahres beanspruchen würde. Ich habe schon in Deutschland gerudert und deshalb war ich ziemlich froh einen Sport machen zu können mit dem ich vertraut war. 02

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Howdy, Cowboy... Ein Jahr in Texas

„Meine Damen und Herren, bitte bleiben sie sitzen, bis das Flugzeug komplett zum Stehen gekommen ist!" Dies also waren die Worte, die das bisher größte Abenteuer für mich ankündigten.

Es war der 29. Juli 2010, ich saß mit etwas zitternden Knien an Bord einer etwas kleineren Maschine, die mich sicher nach Dallas, Texas, gebracht hatte, und mir gingen Tausende von Fragen durch den Kopf. Mit mir an Bord waren andere Austauschschüler aus Deutschland, die mit mir zusammen die Reise ins Ungewisse angetreten hatten und deren Gefühle gerade auf der gleichen Achterbahn fuhren, wie die meinen.

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Amerika – das Land der unbegrenzten Möglichkeiten?

Ende der Sommerferien 2008 war es also so weit - mit zwei voll gepackten Koffern stand ich am Flughafen von Düsseldorf und verabschiedete mich von meiner Familie und meiner besten Freundin, die ich für ein ganzes Jahr nicht mehr sehen sollte.

Doch mein Austauschjahr hatte schon weitaus früher begonnen. Fragebögen mussten ausgefüllt werden, Bewerbungen geschrieben, mein VISA musste genehmigt werden und noch viele weitere Vorbereitungen wurden getroffen. Ich traf in den Osterferien mit vielen weiteren Austauschschülern zusammen, die wie ich im Sommer für ein Jahr nach Amerika gehen sollten, und wir wurden von meiner Austauschorganisation YFU auf unser Jahr vorbereitet.

Nach dem etwa 10stündigem Flug mit Zwischenstopp in Frankfurt und Washington D.C. wurde ich nun von meiner Gastfamilie und einer Betreuerin von YFU am Flughafen in Norfolk, Virginia, abgeholt. Dann ging es mit dem Familienvan zu dem Ort, der für die nächsten 11 Monate mein Zuhause sein sollte.

Meine Gastfamilie bestand aus den Eltern Debb und Bill, beide noch sehr jung und berufstätig in der Navy, meinen beiden Gastschwestern Evelyn (7 Jahre) und Kate (3 Jahre), sowie 2 Hunden und 2 Katzen. Ich wurde sehr herzlich empfangen und mir wurde mein eigenes Zimmer sowie der Rest des Hauses gezeigt.

In den nächsten Tagen lernte ich die Umgebung und Nachbarn kennen, sowie den wunderschönen Strand von Virginia Beach, an dem ich das ganze Jahr über einen Großteil meiner Freizeit verbringen würde.

Bald begann für mich auch schon die High School, in der ich die meiste Zeit die Woche über verbrachte. Das amerikanische Schulsystem ist etwas anders aufgebaut als das unsere; es wird nicht in verschiedenen Schulformen unterschieden, und auch die Fächerwahl ist wesentlich breiter und variabler. So hatte ich das Jahr über Fächer wie Meereskunde, Psychologie und Töpfern, die mir völlig neu waren und sehr viel Spaß gemacht haben. Auch war die Schule mit über 2000 Schülern wesentlich größer. Bei Football- oder Basketballspielen war fast die gesamte Schülerschaft anwesend und es gab einen unglaublichen, aber so typisch amerikanischen, „school spirit“ , wenn 2000 Schüler in den Farben der Schule (grün-gold) die Schulmannschaft anfeuerten. Auch ich wurde von diesem „spirit“ erfasst. In der Sommerzeit war ich Mitglied des „Cross-Country Teams“ (Waldstreckenlauf von 5-7km) und nahm fast jedes Wochenende mit meiner Mannschaft an Wettbewerben teil. Training war täglich nach der Schule, etwa 2 bis 3 Stunden. Nach der Saison spielte ich Lacrosse weiter, was mir unglaublich viel Spaß bereitete. Sport ist ein sehr großes Thema in Amerika und wird viel intensiver betrieben als hier bei uns. Ich habe fast meine gesamte Freizeit während der Woche mit meinen Teamkollegen verbracht, und es wuchsen tiefe Freundschaften daraus.

Ich fand sehr schnell Freunde und alle Leute waren sehr offen und hilfsbreit zu mir, so wie es die Mentalität der Amerikaner ist. Doch ich musste mich auch an viele Dinge gewöhnen. Alles war auf einmal größer – die Fernseher, die Autos, die Schule, der Supermarkt, das Shoppingzentrum. Ich verbrachte nun den größten Teil der Woche in der Schule und kam fast täglich erst gegen 18 Uhr nach Hause. Jeden Tag lernte ich etwas Neues kennen. Doch das Austauschjahr hat mich nicht nur Amerika besser kennen und verstehen gelehrt, sondern auch mein eigenes Heimatland, nämlich Deutschland. Man lernt Dinge zu schätzen und auf eine Weise zu sehen, die man vorher vielleicht nicht so gesehen hat. Man versteht andere Kulturen und kommt mit neuen Menschen in Kontakt. Man wird Mitglied einer neuen Familie, man übernimmt Verantwortung, man wird erwachsen. In diesem einzigen Jahr habe ich unglaublich viel erfahren, über Amerika und Deutschland, Toleranz, Integration und Freundschaft, und am Allermeisten wahrscheinlich über mich selbst.

Von Katharina Hirsch

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