Im Rahmen einer Unterrichtsreihe zur Menschendarstellung in der plastischen Kunst, haben die Schüler/innen des 12er Grundkurses Torsi aus Ton gestaltet, die eine Bewegung vollziehen. „Torso“ ist die Bezeichnung für die Darstellung des Oberkörpers. Während z.B. Statuen aus dem antiken Griechenland im Laufe mehrerer Jahrhunderte durch Zerstörung unfreiwillig zu Torsi wurden, indem den Figuren die Gliedmaßen abgeschlagen wurden, beginnen Künstler im 19. Jahrhundert diese eigentlich unvollständige Darstellung des menschlichen Körpers als eigene Kunstgattung zu etablieren: Der nicht vollendete Körper („non finito“) wird zum eigenständigen Kunstwerk.
Die Herausforderung für die Schüler/innen bestand in der Bearbeitung des Problems, dass sich menschliche Bewegung hauptsächlich über die Gliedmaßen definiert. Also musste genau hingeschaut werden: wie verhalten sich Rückrat, Schultern, Hals oder Brustpartien bei einer bestimmten Drehung oder Streckung. Insgesamt sollte die Darstellung naturalistisch ausfallen.



