Schulleiterblog

Anspruch wird Wirklichkeit

Als wir im Juli 2011 unsere Urkunde erhielten und uns „Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage" nennen durften, war uns bereits klar, dass wir diesen Anspruch mit Leben füllen mussten. Dass wir dies auch konnten, galt insbesondere für die Forderung „Schule ohne Rassismus".

Es ist eine lange Tradition unserer Schule, dass Menschen unterschiedlicher ethnischer Hintergründe tolerant und konfliktfrei miteinander umgehen und gleichermaßen voneinander wie miteinander lernen. Das Bekenntnis zu Vielfalt ist nicht nur zentrales Element unseres Schulprogramms, sondern prägt die Atmosphäre der ganzen Schule.

Wie deutlich spürbar das auch für Außenstehende ist, hat z.B. Gerald Asamoah erfahren, als er bei der Übergabe der Urkunde mit unseren Schülerinnen und Schülern zusammentraf. Er fand dieses Erlebnis so beeindruckend, dass er diesem Zusammentreffen  einen längeren Abschnitt in seinem autobiografischen Buch „Dieser Weg wird kein leichter sein" widmet.

Die Sache mit der „Courage" ist aber etwas anderes, wird sie doch in einem so toleranten und behüteten Umfeld, wie es unsere Schule darstellt, nicht so häufig gefordert. Aus diesem Grunde bin ich unglaublich stolz auf unsere Schülerinnen und Schüler, dass sie am 6. September 2014 mit großer Überzeugung und ebenso großem Engagement den Schutzraum unserer Schule verlassen haben, um den Neonazis zu zeigen, dass in unserem Stadtteil kein Platz für sie ist.

Als Antwort auf den Marsch ausländerfeindliche Parolen grölender Neonazis durch die Wodanstraße am 1. Mai 2014 feierten sie ein farbenfrohes und fröhliches Straßenfest der Vielfalt und Toleranz. Wohl dem, der solche Schülerinnen und Schüler hat, die Zivilcourage beweisen und ihrem eigenen hohen Anspruch gerecht werden.

Detlef von Elsenau
im September 2014

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok